Mittwoch, 13. Mai 2009
War heute das erste Mal in der Altstadt, im Abdel-Hadi-Palast. Meterdicke Mauern, Händler in tiefen Räumen Gewölben. Ein Zeitsprung einige hundert Jahre zurück, durch die dicken Mauern hört man auch das Gehupe der autos nicht mehr. Dazwischen Blumen, Bougenvilla und ähliches. Dann ein Gewürzhändler. EIN GEWÜRZHÄNDLER. Ein Raum mit Kreuzrippengewölbe, darin Säcke voller Gewürze. Ein Traum. Die ganze Straße duftete, vor allem da einige Pflanzen draussen in der Sonne trockneten (Kamille und etwas Schafgarbeartiges).
Aber drinnen - staunenes und schnupperndes an den Säcken vorbeiwandern. Leckere Dinge gabs da. Mitgenommen hab ich mir Nelken, Zimt, Myrrhe und Salbei. Und jetzt duftet es auch in meinem Zimmer. Herrlich.
Aber drinnen - staunenes und schnupperndes an den Säcken vorbeiwandern. Leckere Dinge gabs da. Mitgenommen hab ich mir Nelken, Zimt, Myrrhe und Salbei. Und jetzt duftet es auch in meinem Zimmer. Herrlich.
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Freitag, 1. Mai 2009
Freitag ist freier Tag
und den habenzwei Kollegen und ich in mit einer wunderbaren Bustour nach Masada - Ein Gedi und Qumram genossen.
Los gings gegen 8H vom Jerusalem Hotel aus vorbei an Jericho am Toten Meer entlang nach Masada. Dort steht auf einem einzelnen Tafelberg die Reste der Festung von Herodes, in der die Juden, nachdem die Festung von den Römern erobert wurden, kollektiven Selbstmord begangen haben. Genaugenommen haben sie ein paar Männer ausgesucht die den Rest (ca 1000) dann getötet haben. Zwei Frauen und fünf Kinder haben das Massaker überlebt und darüber berichtet, aufgeschrieben hat das ganze dann Flavius Josephus. Durch diese Tat wurde Masada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens (was aber wohl auch recht kontrovers diskutiert wird) und bis vor kurzem wurden die israelischen Rekruten dort vereidigt.
Die Geschichte ist für mich etwas schaurig und schwer zu verstehen, aber der Ausblick den man von der Festung aus hat ist grandios. Man hat nach allen vier Himmelrichtungen einen freien und weiten Blick; nur nach Westen hin ist er etwas durch die dort befindliche Bergkette begrenzt. Trotz der vielen Schulklassen die dort herumsausen finden sich stille Plätze an denen man die Landschaft geniessen kann.
Nun ja, ich bin mit der Seilbahn hinaufgefahren.
Der Weg runter (Schlangenpfad) war anstrengend: ca 350 Höhenmeter in 40min.
Nachdem der Rest der Gruppe (3 Italienerinnen) mit 40min Verspätung eingetrudelt sind, sind wir dann weiter nach Ein Gedi.
En Gedi ist ein ziemlich alter biblischer Ort: David suchte vor Saul in dieser Oase Zuflucht (und versöhnte sich sich später mit ihm) und Salomon soll das "Hohe Lied der Liebe" hier geschrieben haben. Und in En Gedi kann man im Toten Meer baden. Mangels Zeit habe ich allerdings nur meine Füße hineingestellt:
Ja und zu guter Letzt gings nach Qumram.
Dort gabs zunächst einen sehr schönen Video (mit Flugszenen über die Plateaus - hach, seufz) und einer kleinen Erklärung. Ich habs zweimal gesehen, einmal in Französisch, das zweite Mal auf russisch. Dahinter (bei Schluß des Filmes ging die Leinwand hoch bzw auf die Seite und man konnte das Museum betreten) ebenjenes Museum und der Eingang zu den Ruinen des Klosters. Ich hab mich allerdings entschieden in Richtung Höhlen zu gehen (auch wenn der Weg zu weit war zum gehen) War sehr schön ein Stück zu laufen bz zu klettern.
Ja und dann gings wieder zurück, um 17H waren wir wieder in Jerusalem.
Los gings gegen 8H vom Jerusalem Hotel aus vorbei an Jericho am Toten Meer entlang nach Masada. Dort steht auf einem einzelnen Tafelberg die Reste der Festung von Herodes, in der die Juden, nachdem die Festung von den Römern erobert wurden, kollektiven Selbstmord begangen haben. Genaugenommen haben sie ein paar Männer ausgesucht die den Rest (ca 1000) dann getötet haben. Zwei Frauen und fünf Kinder haben das Massaker überlebt und darüber berichtet, aufgeschrieben hat das ganze dann Flavius Josephus. Durch diese Tat wurde Masada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens (was aber wohl auch recht kontrovers diskutiert wird) und bis vor kurzem wurden die israelischen Rekruten dort vereidigt.
Die Geschichte ist für mich etwas schaurig und schwer zu verstehen, aber der Ausblick den man von der Festung aus hat ist grandios. Man hat nach allen vier Himmelrichtungen einen freien und weiten Blick; nur nach Westen hin ist er etwas durch die dort befindliche Bergkette begrenzt. Trotz der vielen Schulklassen die dort herumsausen finden sich stille Plätze an denen man die Landschaft geniessen kann.
Nun ja, ich bin mit der Seilbahn hinaufgefahren.
Der Weg runter (Schlangenpfad) war anstrengend: ca 350 Höhenmeter in 40min.
Nachdem der Rest der Gruppe (3 Italienerinnen) mit 40min Verspätung eingetrudelt sind, sind wir dann weiter nach Ein Gedi.
En Gedi ist ein ziemlich alter biblischer Ort: David suchte vor Saul in dieser Oase Zuflucht (und versöhnte sich sich später mit ihm) und Salomon soll das "Hohe Lied der Liebe" hier geschrieben haben. Und in En Gedi kann man im Toten Meer baden. Mangels Zeit habe ich allerdings nur meine Füße hineingestellt:
Ja und zu guter Letzt gings nach Qumram.
Dort gabs zunächst einen sehr schönen Video (mit Flugszenen über die Plateaus - hach, seufz) und einer kleinen Erklärung. Ich habs zweimal gesehen, einmal in Französisch, das zweite Mal auf russisch. Dahinter (bei Schluß des Filmes ging die Leinwand hoch bzw auf die Seite und man konnte das Museum betreten) ebenjenes Museum und der Eingang zu den Ruinen des Klosters. Ich hab mich allerdings entschieden in Richtung Höhlen zu gehen (auch wenn der Weg zu weit war zum gehen) War sehr schön ein Stück zu laufen bz zu klettern.
Ja und dann gings wieder zurück, um 17H waren wir wieder in Jerusalem.
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Freitag, 24. April 2009
Verrückte Welt
Die Fähigkeit des Menschen den Anschein eines "normalen Lebens aufrechtzuerhalten. Weiterzuleben auch wenn es so aussieht als ob es nichts weiterzuleben gibt.
Verrückte Welt.
Heut ists kalt draussen, mal wieder. War "schoppen" (so alle zwei Tage, man muß mal raus).
Verrückte Welt.
Heut ists kalt draussen, mal wieder. War "schoppen" (so alle zwei Tage, man muß mal raus).
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Donnerstag, 23. April 2009
Jakobsbrunnen
9H00 aufgewacht, gemütlich gefrühstückt und die zwei Scripte gelesen die ich mir vorgenommen hatte.
Dann meine FieldCo motiviert zum Essen zu gehen, war lecker aber viel zu viel.
Anschließend sind wir zum Jakobsbrunnen gefahren.
Sehr beeindruckend. Die Kirche gefällt mir: russisch-orthodox mit vielen bunten Fenster. Der derzeitige Priester hat sie ausgestaltet mit Bildern im Ikonenstil. Insgesamt ein sehr heller, freundlicher Ort durch die vielen Farben. Die Deckenlampen auch in blau oder in Rot.
In der Krypta dann der Brunnen, sehr tief (ca 100m). Es ist sehr beeindruckend an einem Platz zu stehen der so (mehr oder weniger) seit 4000 Jahren existiert. Rundherum sind verschiedenen Bilder drapiert auf denen die Geschichte von Jesus und der Samaritanerin dargestellt ist.
Wir erfahren daß früher pro Tag 2-3000 Menschen hierherkamen. Jetzt kommen noch 2-3, da wegen der Checkponts kaum noch jemand in die Stadt kommt.
Traurig.
Am Turm sind Einschußlöcher.
Dann meine FieldCo motiviert zum Essen zu gehen, war lecker aber viel zu viel.
Anschließend sind wir zum Jakobsbrunnen gefahren.
Sehr beeindruckend. Die Kirche gefällt mir: russisch-orthodox mit vielen bunten Fenster. Der derzeitige Priester hat sie ausgestaltet mit Bildern im Ikonenstil. Insgesamt ein sehr heller, freundlicher Ort durch die vielen Farben. Die Deckenlampen auch in blau oder in Rot.
In der Krypta dann der Brunnen, sehr tief (ca 100m). Es ist sehr beeindruckend an einem Platz zu stehen der so (mehr oder weniger) seit 4000 Jahren existiert. Rundherum sind verschiedenen Bilder drapiert auf denen die Geschichte von Jesus und der Samaritanerin dargestellt ist.
Wir erfahren daß früher pro Tag 2-3000 Menschen hierherkamen. Jetzt kommen noch 2-3, da wegen der Checkponts kaum noch jemand in die Stadt kommt.
Traurig.
Am Turm sind Einschußlöcher.
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Samstag, 18. April 2009
Angekommen
Samstag früh dann endlich der Aufbruch nach Nab.lus. Eine Stunde dauert es von Jer.usal.em aus, vorbei an Hängen mit Olivenbäumen, gelbem Ginster (oder so etwas ähnliches), rotem Mohn und unendlich vielen Steinen.
Vorbei geht es an der Stadtgrenze an einen der obligatorischen Checkpoint, was jedoch für uns kein Problem war.
Sonntag dann der erste Arbeitstag - Wochenende ist hier Freitag und Samstag. Drei Tage hatten wir - meine Vorgängerin und ich - Zeit für die Einweisung, Mittwoch ist sie heimgefahren.
So, also - was tun wir hier:
MSF-Frankreich betreut hier ein Projekt das eher "klinisch" orientiert ist. Das heißt wir bieten Psychotherapie in Form einer Kurztherapie (5 - 10 Sitzungen) an. Zielgruppe sind Palästinenser die psychische Symptome, d.h. zum Beispiel Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Überempfindlichkeit, vermehrtes aggressives Verhalten und bei Kindern auch Bett.nässen haben, die im Zusammenhang mit einer (politisch bedingten) Gewalterfahrung stehen.
Wir sind hier drei "Psy"s: ein französischer Psychologe, eine palästinensische Psychologin und ich. Unterstützt werden wir durch jeweils einen Übersetzer (eine Frau für mich und ein Mann für den Kollegen), eine Sozialarbeiterin, einen Arzt, einen Logistiker mehrere Fahrer und natürlich die Koordinatorin.
Wer Hilfe von msf haben möchte ruft hier an (oder fragt einen der einheimischen Mitarbeiter). Wir vereinbaren dann einen Termin und versuchen in ein bis zwei Gesprächen herauszufinden ob wir ihm / ihr helfen können oder ob es eine andere Organisation / Möglichkeit (es gibt hier ein relativ großes psychosoziales Netzwerk) gibt ihnen zu helfen.
Klingt eigentlich alles ganz normal, so wie man es von Deutschland auch kennt. Was ungewöhnlich ist, ist daß wir überwiegend Hausbesuche machen. Das ist recht spannend, da man ja in Deutschland die Wohnverhältnisse seiner Patienten in den seltensten Fällen kennenlernt. Allerdings ist es auch etwas schwierig unter vier Augen zu sprechen, da meistens erst mal der Rest der Familie und ev auch Nachbarn ankommen die den Gast begutachten wollen. Die Gespräche finden im "Vorzeigezimmer" statt und es wäre ausgeprochen unhöflich und unverständlich für ebendiese Familienmitglieder, sie aus ihrem eigenen Wohnzimmer zu werfen. Andere Räume stehen aber nicht immer zur Verfügung. Da heißt es dann kreativ sein.
Schwierig ist es auch weil die Wohnverhältnisse für uns in unseren verwöhnten Umfeld eher ungewohnt sind: vor allem in den Flüchltingscamps (vier gibt es davon hier) sind die Straßen so schmal das man grad soeben die Arme ausstrecken kann, und die Häuser würde hier kaum jemand bewohnen. Strom und fließendes Wasser sind hier keine Selbstverständlichkeit, ebenso Heizung. (und im Winter liegt hier durchaus auch mal Schnee!)
Einige Regionen allerdings gibt es, die wir aus Sicherheitgründen nicht betreten.
Wir drei "Expats" hingegen wohnen dagegen recht luxuriös: Strom (meistens), fließend warmes und kaltes Wasser, eine sprechende Waschmaschine, und Wireless Lan (wenn es funktioniert), eine gut ausgestattete Küche. Zehn Fußminuten von hier gibt es auch eine "Shopping-Mall" mit einem Supermarkt indem man die wesentlichen Dinge (sogar Schokolade) kaufen kann. Das allerdings zu Preisen die sich viele wohl nicht leisten können (etwa die Hälfte der deutschen Preise, wobei das durchschnittliche Jahreseikommen hier bei (je nach Quelle) 680 - 1000US$ liegt.
Vorbei geht es an der Stadtgrenze an einen der obligatorischen Checkpoint, was jedoch für uns kein Problem war.
Sonntag dann der erste Arbeitstag - Wochenende ist hier Freitag und Samstag. Drei Tage hatten wir - meine Vorgängerin und ich - Zeit für die Einweisung, Mittwoch ist sie heimgefahren.
So, also - was tun wir hier:
MSF-Frankreich betreut hier ein Projekt das eher "klinisch" orientiert ist. Das heißt wir bieten Psychotherapie in Form einer Kurztherapie (5 - 10 Sitzungen) an. Zielgruppe sind Palästinenser die psychische Symptome, d.h. zum Beispiel Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Überempfindlichkeit, vermehrtes aggressives Verhalten und bei Kindern auch Bett.nässen haben, die im Zusammenhang mit einer (politisch bedingten) Gewalterfahrung stehen.
Wir sind hier drei "Psy"s: ein französischer Psychologe, eine palästinensische Psychologin und ich. Unterstützt werden wir durch jeweils einen Übersetzer (eine Frau für mich und ein Mann für den Kollegen), eine Sozialarbeiterin, einen Arzt, einen Logistiker mehrere Fahrer und natürlich die Koordinatorin.
Wer Hilfe von msf haben möchte ruft hier an (oder fragt einen der einheimischen Mitarbeiter). Wir vereinbaren dann einen Termin und versuchen in ein bis zwei Gesprächen herauszufinden ob wir ihm / ihr helfen können oder ob es eine andere Organisation / Möglichkeit (es gibt hier ein relativ großes psychosoziales Netzwerk) gibt ihnen zu helfen.
Klingt eigentlich alles ganz normal, so wie man es von Deutschland auch kennt. Was ungewöhnlich ist, ist daß wir überwiegend Hausbesuche machen. Das ist recht spannend, da man ja in Deutschland die Wohnverhältnisse seiner Patienten in den seltensten Fällen kennenlernt. Allerdings ist es auch etwas schwierig unter vier Augen zu sprechen, da meistens erst mal der Rest der Familie und ev auch Nachbarn ankommen die den Gast begutachten wollen. Die Gespräche finden im "Vorzeigezimmer" statt und es wäre ausgeprochen unhöflich und unverständlich für ebendiese Familienmitglieder, sie aus ihrem eigenen Wohnzimmer zu werfen. Andere Räume stehen aber nicht immer zur Verfügung. Da heißt es dann kreativ sein.
Schwierig ist es auch weil die Wohnverhältnisse für uns in unseren verwöhnten Umfeld eher ungewohnt sind: vor allem in den Flüchltingscamps (vier gibt es davon hier) sind die Straßen so schmal das man grad soeben die Arme ausstrecken kann, und die Häuser würde hier kaum jemand bewohnen. Strom und fließendes Wasser sind hier keine Selbstverständlichkeit, ebenso Heizung. (und im Winter liegt hier durchaus auch mal Schnee!)
Einige Regionen allerdings gibt es, die wir aus Sicherheitgründen nicht betreten.
Wir drei "Expats" hingegen wohnen dagegen recht luxuriös: Strom (meistens), fließend warmes und kaltes Wasser, eine sprechende Waschmaschine, und Wireless Lan (wenn es funktioniert), eine gut ausgestattete Küche. Zehn Fußminuten von hier gibt es auch eine "Shopping-Mall" mit einem Supermarkt indem man die wesentlichen Dinge (sogar Schokolade) kaufen kann. Das allerdings zu Preisen die sich viele wohl nicht leisten können (etwa die Hälfte der deutschen Preise, wobei das durchschnittliche Jahreseikommen hier bei (je nach Quelle) 680 - 1000US$ liegt.
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